Stand 10. März 2019

Bestimmungen für die Durchführung von Leistungsprüfungen im ApHCG e.V.


Diese Bestimmungen zur Durchführungen der Leistungsprüfungen sind dem Zuchtprogramm Appaloosa v.10.03.2019 - §11.3 angegliedert.

1. Grundbestimmungen

  1. Leistungsprüfungen werden für Hengste, Stuten und Wallache durchgeführt. Es wird durch den Zuchtverband darauf hingearbeitet, eine möglichst große Anzahl von Zuchtpferden und deren Nachkommen einer Leistungsprüfung zu unterziehen.
  2. Gemäß § B.16 der Satzung des ApHCG werden für Pferde der Rasse Appaloosa folgende Formen von Leistungsprüfungen zugelassen.
       a) ApHCG-Feldprüfung
       b) Sportleistungsprüfungen (Westernreiten)
  3. Die Ergebnisse vergleichbarer Leistungsprüfungen anderer Züchtervereinigungen bzw. Organisationen werden anerkannt.

2. ApHCG-Feldprüfung

  1. Die ApHCG-Feldprüfungen für Hengste (HLP), Stuten (SLP) und Wallache (WLP) sind Leistungsprüfungen im Sinne des Tierzuchtgesetzes und werden als Test im Feld durchgeführt. Maßgeblich für die Bewertung der Leistungsprüfung ist die Eignung als Zuchtpferd im Hinblick auf die Verbesserung der Reiteigenschaften der Rasse.
  2. Es steht den Teilnehmern frei, muss aber bei Anmeldung bekannt gegeben werden, ob die ApHCG-Feldprüfung gemäß den Bestimmungen nach Abs. 2.4 oder 2.5 geritten wird.
  3. Die ApHCG-Feldprüfung kann nur einmal wiederholt werden. In diesem Falle gilt das Ergebnis der zweiten Prüfung. Das Ergebnis ist im Zuchtbuch mit dem Gesamtergebnis zu vermerken. Die Ergebnisse der ApHCG-Feldprüfung werden auf der Homepage des ApHCG veröffentlicht.
  4. Die ApHCG-Feldprüfung wird nach den Regeln des aktuell gültigen ApHC-Rulebook durchgeführt. Die ApHCG-Feldprüfungen für Stuten, Hengste und Wallache unterliegen der Verordnung über die Leitungsprüfungen und die Zuchtwertfeststellung bei Pferden in der jeweils gültigen Fassung.
  5. Die Prüfung findet an einem Tag statt.
  6. Die Prüfungsorte sind vom Zuchtausschuss zu genehmigen.

2.1 Zulassungsbedingungen für die Teilnahme

  1. Zur Teilnahme an der ApHCG-Feldprüfung sind 4-jährige und ältere Pferde berechtigt. Über Ausnahmen entscheidet der Rassebeirat.
  2. Zur ApHCG-Feldprüfung können nur Hengste, Stuten und Wallache der Rasse Appaloosa zugelassen werden, welche in einem Zuchtbuch der Rasse eingetragen sind und einen Equidenpass inklusive Tierzuchtbescheinigung besitzen.
  3. Hengste, Stuten und Wallache anderer Rassen können auf Antrag an ApHCG-Feldprüfungen teilnehmen. Ein Anspruch auf Teilnahme besteht nicht. Pferde anderer Rassen werden nicht in die Platzierung und in die Prämienvergabe aufgenommen.
  4. Alle teilnehmenden Pferde müssen vor Teilnahme an der ApHCG-Feldprüfung die allgemeinen Bedingungen des Impfschutzes gemäß aktueller Zuchtschauordnung nachweisen und haftpflichtversichert sein.
  5. Für die Teilnahme an ApHCG-Feldprüfungen muss das Pferd mindestens zwei Wochen vor der Veranstaltung beim Zuchtausschuss angemeldet werden. Es liegt in der Verantwortung des Besitzers, mit der Anmeldung die notwendigen Unterlagen fristgerecht einzureichen.

2.2 Regularien für die Durchführung

Westernreitausrüstung ist entsprechend dem gültigen ApHC-Rulebook vorgeschrieben. Hufschutz, Beinschoner und Gamaschen sind erlaubt. Für Zäumungen und Gebisse und für die Zügelführung ist das ApHC-Rulebook maßgebend. Abweichend hiervon ist es erlaubt, Pferde jeglichen Alters zweihändig im Snaffle-Bit oder einer Hackamore vorzustellen. Die ApHCG-Feldprüfung muss von mindestens einem anerkannten Richter eines Westernreitverbandes (ApHC, EWU, AQHA oder APHA) sowie einem anerkannten Zuchtrichter gerichtet werden. Mitglieder der Prüfungskommission dürfen in den letzten sechs Monaten nicht Eigentümer, Trainer oder Agent des zu prüfenden Pferdes gewesen sein. Ebenso darf kein Kommissionsmitglied Züchter des zu prüfenden Pferdes sein.

2.3 Ermittlung der Ergebnisse

Die ApHCG-Feldprüfung wird nach den jeweils für die einzelnen Manöver gültigen Regeln des ApHC-Rulebooks gerichtet. Für die Vergabe der Scores spielen die athletischen Fähigkeiten des Pferdes, sowie Ausdruck, Manier, Annehmen der Reiterhilfen und Qualität der Gänge beim Bewältigen der Manöver eine maßgebliche Rolle.
Jedes Pferd beginnt die Prüfung mit einem Score von 70 Punkten. Für die einzelnen Manöver werden Punkte (Scores von -1½ bis +1½) hinzugezählt oder abgezogen. In einzelnen Manövern können im Regelbuch definierte Fehlerpunkte (Penalties) abgezogen werden. Der Gesamtscore wird aus den Manöverscores und dem Abzug der Penalties berechnet. Die Ermittlung der Endnote erfolgt nach folgender Berechnung.

LP Score

Die Prüfung gilt bei einer Endnote von mindestens 7,5 als bestanden.

2.4 ApHCG-Feldprüfung - Schwerpunkt Reining

Für die ApHCG-Feldprüfung im Schwerpunkt Reining ist folgende Aufgabe (pattern) zu absolvieren. Im Einzelnen werden die Pferde in folgenden Manövern bewertet:

  1. im Schritt zum Mittelpunkt der Arena
  2. im Galopp beginnen, ein schneller großer Zirkel nach rechts, gefolgt von einem kleinen langsamen Zirkel nach rechts, Stopp im Mittelpunkt der Arena
  3. zwei Spins nach rechts
  4. im Galopp beginnen, ein schneller großer Zirkel nach links, gefolgt von einem kleinen langsamen Zirkel nach links, Stopp im Mittelpunkt der Arena
  5. zwei Spins nach links
  6. im Galopp beginnen, ein großer schneller Zirkel nach rechts, im Mittelpunkt ein fliegender Wechsel, den folgenden großen schnellen Zirkel nach links nicht schließen
  7. Run Down und Roll Back nach rechts nach dem Marker
  8. Run Down und Sliding Stop nach dem Marker, verharren
  9. im Schritt zur gegenüberliegenden Seite
  10. im Trab durch die Diagonale der Arena wechseln, dabei über die Trabstangen, ein halber Linkszirkel
  11. an der langen Seite extended trot, Stopp, im Schritt zum Tor
  12. Öffnen, Durchreiten und Schließen des Tores
  13. rückwärts durch die Stangen, im Schritt zum Richter für eine Gebisskontrolle

LP Reining Pattern

2.5 ApHCG-Feldprüfung - Schwerpunkt All-Around

Für die ApHCG-Feldprüfung im Schwerpunkt All-Around ist folgende Aufgabe (pattern) zu absolvieren. Im Einzelnen werden die Pferde in folgenden Manövern bewertet:

  1. im Trab auf der Mittellinie beginnen, Trabstangen überwinden (jog over), Schritt
  2. im Schritt in das Stangenviereck, eine 360° Drehung (jede Richtung erlaubt)
  3. rückwärts durch das Stangen-L
  4. Schrittstangen überwinden (walk over)
  5. im Linksgalopp beginnen, ein halber Zirkel
  6. im Mittelpunkt der Arena ein Galoppwechsel (fliegend oder einfach)
  7. ein halber Galoppzirkel rechts, Übergang zum Trab
  8. über die Diagonale wechseln, Trabverstärkung (extended trot), einen viertel Zirkel im Trab
  9. im Linksgalopp die lange Seite entlang, am Ende der langen Seite Galoppstangen überwinden (lope over), im Schritt zum Tor
  10. Öffnen, Durchreiten und Schließen des Tores
  11. im Schritt zum Richter für eine Gebisskontrolle

LP All Around Pattern

3. Sportleistungsprüfungen (Westernreiten)

Anerkannte Sportleistungsprüfungen können in den Disziplinen nach § B.16.1 Abs. 4 der Satzung des ApHCG absolviert und bei den unter § B.16.2 der Satzung des ApHCG genannten Verbänden/Organisationen nachgewiesen werden. Für die Anerkennung der Eigenleistung eines Pferdes müssen jeweils folgende Mindeststandards erfüllt sein.

3.1 Sportleistungsprüfung - ROM des ApHC

Wird die Sportleistungsprüfung beim ApHC (Appaloosa Horse Club) abgelegt, muss ein Open-ROM in einer Klasse der unter § B.16.1 Abs.4 der Satzung des ApHCG benannten Disziplinen nachgewiesen werden. Alternativ wird ein COA im Rahmen des ACAAP-Programms des ApHC in den entsprechenden Disziplinen anerkannt. Der Nachweis muss in Form des Auszugs aus dem ApHC-Register erfolgen.

3.2 Sportleistungsprüfung – Pferdemedaille in Silber der EWU

Wird die Sportleistungsprüfung bei der EWU (Erste Westernreiter Union Deutschland e.V.) abgelegt, muss mindestens eine Pferdemedaille in Silber erreicht worden sein. Die erreichte Prämierung kann in einer oder mehreren der unter § B.16.1 Abs.4 der Satzung des ApHCG benannten Disziplinen nachgewiesen werden. Der Nachweis muss in Form einer Urkunde der EWU erfolgen.

3.3. Sportleistungsprüfung - Gewinngelder der NRHA/NCHA/NRCHA/NSBA

Wird die Sportleistungsprüfung bei der NRHA (National Reining Horse Association), der NCHA (National Cutting Horse Association), der NRCHA (National Reined Cowhorse Association) oder der NSBA (National Snaffle Bit Association) abgelegt, muss ein Gesamtpreisgeld von mindestens 500 Euro in Open-Klassen erreicht worden sein. Die erreichte Prämierung muss in Form einer Urkunde eines der genannten Verbände und des Auszugs aus dem jeweiligen Register nachgewiesen werden.

3.4. Sportleistungsprüfung - Platzierungen der FEI/DOKR

Wird die Sportleistungsprüfung bei der FEI (Federation Equestre International) oder dem DOKR (Deutsches Olympiade-Komitee für Reiterei e.V.) abgelegt, müssen mindestens drei Platzierungen in einer oder mehreren der anerkannten Klassen erreicht worden sein. Die erreichte Prämierung muss in Form des Auszugs aus dem jeweiligen Register nachgewiesen werden.

Ende (ZOM)

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